CarSharing auf dem Land

CarSharing ist auf dem Lande  auch bei  kleinen und mittelgroßen Kommunen sehr wohl möglich. Viele Bürger machen bei CarSharing mit, weil sie damit Geld sparen. Auch auf dem Lande gibt es viele Familien, die ein Zweitauto oder sogar ein Drittes Auto haben, obwohl sie das nicht oft verwenden. So ein Zweitauto bzw. Drittauto kostet ohne Nutzung im Jahr circa 3500 Euro Festkosten (Abschreibung, Versicherung, Steuer, Stellplatz, jährliche Wartung…). Wenn nun ein Einwohner auf dem Dorf sein Zweitauto nur 1-2x pro Woche (50 -100 Fahrten/Jahr) benötigt, z.B. für den Einkauf oder für einen Verwandtenbesuch auf dem Lande, dann sind diese 3500 Euro zuviel Geld für solche Fahrten. Verteilt man nur diese 3500 Euro auf 100 Fahrten, dann kostet die Fahrt allein durch die Festkosten 35 Euro. 35 Euro für eine Einkaufsfahrt zum nächsten Laden ohne Spritkosten, das ist einfach zuviel- auch für Bürger auf dem Lande!  Das ist einfach zu teuer! So eine Fahrt kostet mit einem CarSharingauto nur 4 Euro inkl. Sprit (= eine einstündige Fahrt inkl. 5 km inkl. Sprit und inkl. Versicherung). Auch die Menschen auf dem Lande können rechnen und haben begriffen, dass man viel Geld sparen kann mit CarSharing. Ja, und was ist, wenn dann zufällig kein CarSharingauto zur Verfügung steht? Gute Frage: dann fährt man einfach mit einem Taxidienst auf dem Land die 2-5 km, das ist immer noch billiger wie die Fahrt mit dem teuren Privatauto. Ohne Privatauto spart der CarSharer, wenn er nur 5000 km/Jahr mit dem CarSharingauto fährt immer noch circa 2000 Euro gegenüber dem eigenen Privatauto. Ganz nebenbei lernt der CarSharer wieder, dass man viele Einkaufsfahrten auch wieder mit Fahrradsatteltaschen machen kann. Da das CarSharingauto nicht direkt vor der Haustür steht, manchmal bis zu 500 m weit gehen muss bis zum nächsten CarSharingauto und vorher auch noch die Buchungszentrale anrufen muss, geht man aus Bequemlichkeit mehr wieder zu Fuss oder fährt mit dem Fahrrad ins nächste Geschäft. So fährt ein CarSharer im Schnitt nur noch 30% soviel Kurzstrecken bis 5 km wie ein Besitzer eines Privatautos. Ganz nebenbei wird also auch die Umwelt geschont, der PKW-Verkehr in der Kommune nimmt ab und der Mensch bewegt sich wieder mehr.
Ein Bundesbürger gibt im Durchschnitt für ein Auto in seinem Leben als Autofahrer in 50 Jahren durschnittlich 300.000 Euro aus. Dieses Geld kann sich jeder auf dem Lande zum Großteile sparen, wenn er nicht täglich zur Arbeit muss und weniger als 10.000 km/Jahr mit dem Zweitauto bzw. Drittauto fährt.
Siehe:  Kosten des Autofahrens im Verlauf eines Lebens

Manchmal finden sich anfangs in einer kleinen Gemeinde nur 3-5 Personen, die bei CarSharing mitmachen wollen. Es kann aber auch schon bei 3-5 Personen funktionieren, wenn alle zusammen pro Jahr das CarSharingfahrzeug über 12.000 kmnutzen. In den meisten Fällen lässt sich bei so wenigen Personen CarSharing bei den üblichen Konditionen nicht wirtschaftlich betreiben. Hier kann ein zusätzlicher Nutzerbeitrag bei der Umsetzung helfen.

Dieses Modell geht davon aus, dass sich jeder CarSharer durch den Verzicht auf ein eigenes Auto pro Jahr 3.200 Euro an Festkosten spart. Wenn eine CarSharingorganisation ein CarSharingauto bei einer so geringen Mitgliederzahl betreibt, dann entstehen für die Organisation pro Jahr circa 2.500 Euro Verlust, wenn die paar Mitglieder das Auto nur 5000 – 7000 km/Jahr nutzen. Übernehmen nun z.B. nur drei Mitglieder diesen Verlust durch einen erhöhten Nutzerbeitrag von 800 Euro/Person, dann kann das Mitglied immer noch bis zu 5.000 km pro Jahr mit dem CarSharingauto fahren und hat immer noch geringere Kosten (3.000 €/Jahr inkl. Nutzerbeitrag)  wie mit dem Privatauto (4.000 €).

Hier kann auch die Gemeinde unterstützend eingreifen, indem diese selber Mitglied wird und einen Teil (z.B. 833 Euro) übernimmt. Die Gemeinde kann  direkt vor das Rathaus ein CarSharingauto selber stellen. Mit ansteigender Mitgliederzahl reduziert sich auch jährlich der Nutzerbeitrag. Und so kann nach einigen Jahren der erhöhte Nutzerbeitrag auf ein normales Maß von 100 Euro/Jahr reduziert werden. Wenn es dem Verein dann einmal besser geht, kann man langsam die erhöhten Nutzerbeiträge langsam an die ersten Mitglieder zurückzahlen.

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