F) Radschnellwege

Kriterien für Radschnellwege
(dieser Text ist entnommen den Planungskriterien des Arbeitskreises „Radschnellwege“ des Landes Nordrhein-Westfalen)
Folgende allgemeine Qualitätskriterien für Radschnellwege wurden von einem
Expertengremium unter Leitung des Verkehrsministeriums NRW definiert:
• Wünschenswerte Mindestlänge von 5 Kilometern
• Weitestgehende Bevorrechtigung/ planfreie Führung an Knotenpunkten,
Priorisierung durch Lichtsignalanlagen (grüne Welle)
• Trennung zwischen Rad- und Fußverkehr
• Steigungsarm
• Wegweisung nach den Hinweisen zur wegweisenden Beschilderung für
den Radverkehr in NRW
• Innerorts Beleuchtung (Außerorts wünschenswert)
• Regelmäßige(r) Reinigung und Winterdienst
• Freihalten von Einbauten (Ausnahme Querungshilfen für den Fußverkehr)
• Service (evtl. Luftstationen, Rastplätze mit Abstellanlagen, punktuelle
Überdachung als Regenschutz, etc.)
Radschnellwege sind mit Bevorrechtigung auszugestalten. Es sind von daher
auch planfreie Querungen, signalgeregelte Knoten und Vorfahrtsregelungen
einzuplanen. Es hängt vom jeweiligen Einzelfall ab, wie die Vorfahrt zu regeln
ist. Grundsätzlich ist die Querung von Bundesstraßen und stark belasteten
Landesstraßen im Verlauf von Radschnellwegen möglichst zu vermeiden. Sollte
dies jedoch notwendig sein, ist außerorts eine planfreie Lösung anzustreben.
Alternativ kann eine signalgeregelte Lösung gesucht werden.
Querungsstellen für Fußgänger über Radschnellwege sind möglich. Hierzu dienen
Lichtsignal geregelte Furten, Fußgängerüberwege und Querungshilfen. Es
können zur Geschwindigkeitsreduktion vor diesen Querungsstellen sinusförmige
Elemente, wie sie in den Niederlanden und in Polen Verwendung finden,
eingebaut werden.
Nach der StVO steht derzeitig keine eindeutige Beschilderung für Radschnellwege
zur Verfügung. Diese soll zukünftig noch entwickelt werden. In der Übergangszeit
wird empfohlen, die Zeichen 244.1 bzw. 244.2 (Fahrradstraße
Beginn bzw. Ende) mit dem Zusatz „Radschnellweg“ zu verwenden, außer
beim Einsatz von Radfahrstreifen.
Arbeitskreis „Radschnellwege“ Seite 3
Folgende Führungsformen stehen auf Radschnellwegen zur Verfügung:
• Zweirichtungsradweg (eigenständig geführt)
Breite: ≥ 4,0 m; Markierung: Leitlinie (unterbrochener Schmalstrich),
Radfahrbahnbegrenzung (durchgehender Schmalstrich), erhöhte
Nachtsichtbarkeit bei Nässe (Typ II); Oberflächenmaterial: i.d.R. Asphalt;
Kurvenradien: ≥ 20m (außerorts), angepasst an die örtlichen Gegebenheiten
(innerorts)
• Einrichtungsradwege (straßenbegleitend)
Breite: ≥ 3,0 m (netto); Markierung: Radfahrbahnbegrenzung (durchgehender
Schmalstrich), erhöhte Nachtsichtbarkeit bei Nässe (Typ II);
Oberflächenmaterial: i.d.R. Asphalt; alternativ Pflaster (ungefast);
Trennung zur Kfz-Fahrbahn: baulich; Kurvenradien: angepasst an die
örtlichen Gegebenheiten
• Zweirichtungsradweg (straßenbegleitend)
Breite: ≥ 4,0 m (netto); Markierung: Leitlinie (unterbrochener Schmalstrich),
Radfahrbahnbegrenzung (durchgehender Schmalstrich), erhöhte
Nachtsichtbarkeit bei Nässe (Typ II); Oberflächenmaterial: i.d.R.
Asphalt; alternativ Pflaster (ungefast); Trennung zur Kfz-Fahrbahn: baulich;
Kurvenradien: angepasst an die örtlichen Gegebenheiten
• Radfahrstreifen
Breite: ≥ 3,0 m (zzgl. Sicherheitstrennstreifen); Markierung: nach ERA;
Oberflächenmaterial: Asphalt; Kurvenradien: angepasst an die örtlichen
Gegebenheiten
• Fahrradstraße
Breite: ≥ 3,0 m (zzgl. Sicherheitsräume zum Parken) im Einrichtungsverkehr,
≥ 4,0 m (zzgl. Sicherheitsräume zum Parken) im Zweirichtungsverkehr;
Oberflächenmaterial: Asphalt; Kurvenradien: angepasst
an die örtlichen Gegebenheiten
• Tempo 30-Zone/ -Straße
In der Regel umzuwandeln in eine Fahrradstraße ansonsten Führung
des RSW mit Vorrang an querenden Straßen innerhalb der Zone.