Zeit-/Kilometertarif

Fast alle kleinen Vereine  und auch viele große CarSharingangebote wie Flinkster, Stadtmobil, Teilauto, Stattauto, Cambio und Greenwheels verlangen sowohl Stundentarife als auch Kilometertarife (siehe A) und B).
Die großen neuen CarSharingangebote von Car2Go und DriveNow verlangen  Zeittarife (Minuten)  und gewähren Freikilometer und arbeiten mit nicht festen Stationen (Free-Floating-System).
Bei D) wird erklärt, wieso es nicht ratsam ist, nur über Kilometereinnahmen und ohne Zeittarif die Autonutzung abzurechnen.

Unter A) und B) werde ich den Unterschied  zweier Tarifsysteme, die sowohl Stundentarife als auch Kilometertarife verlangen, erklären.
Auch hier gilt, es gibt kein falsch oder richtig. Jedes System hat seine Berechtigung und jeder Vorstand hat seine berechtigten Gründe für sein Tarifsystem.
Was beim ersten System (Vaterstetten)  als Kleinwagen bezeichnet wird,  ist beim zweiten System (Freising) die Miniklasse.
A) Das Vaterstettener Tarifsystem

Nutzungs-Tarife-Vaterstetten-kontrast
Der Zeittarif von 0,90 €/h für alle Fahrzeugklassen ist sehr günstig; an Fahrzeit werden tagsüber 12 h mit 0,90 €/h berechnet + nachts 12 h mit 0,20 €/h.
Das ergibt bei einem Kleinwagen pro Tag (24 h) 13,20 €. Der Kilometertarif ist auch günstig. Rabatte (10 Cent/km) bei Langstrecken werden  von 300 km bis 1000 km gewährt; damit kostet jeder zusätzliche km bei dieser Streckenlänge bei einem Kleinwagen (0,25 € – 0,10 € = 0,15 €). Das ist sehr günstig. Der Rabatt über 1300 km wird noch einmal mit 0,10 €/km angegeben; wenn ich diese Angaben richtig verstehe, dann müsste jeder Mehrkilometer in diesem Fall nur noch 0,05 €/km kosten. Diese Einnahmen pro Kilometer  würden nicht einmal die Spritkosten abdecken (0,10 €/km). Das ganze Vaterstettener Tarifsystem ist sehr günstig, da Vaterstetten auch keinen Mitgliedsbeitrag/Monatsbeitrag verlangt.

B) Das Freisinger Tarifsystem

Nutzungs-Tarife-Freising
Bei Freising fällt auf, dass die Stundentarife deutlich höher sind, ebenso die Kilometertarife. Im Gegensatz zu Vaterstetten werden auch bei der Zeit bei längeren Urlaubsfahrten Rabatte gewährt. Trotz dieser Zeitrabatte werden die Zeittarife pro Tag nie so günstig wie bei Vaterstetten.
Die Freisinger Kilometertarife  sind bei der unteren Fahrzeugklasse (Mini) und bei Bus/Transporter 3 – 8 Cent/km bis 100 km Fahrstrecke teurer als die Vaterstettener. Da die Bezeichnungen der Fahrzeugtypen unterschiedlich ist (der Kompaktwagen der Vaterstettener = Mittelklasse der Freisinger) ist es ein bißchen schwierig den Unterschied zu erkennen. Die Kilometertarife der mittleren Fahrzeugklassen (Kompaktwagen + Kombi + Van bei Vaterstetten,  Kleinwagen + Mittelklasse bei Freising) sind gleich hoch bis 100 km Fahrstrecke. Die Freisinger gewähren schon ab 100 km Fahrstrecke Rabatt auf alle Mehrkilometer und sind bei der Streckenlänge 100 – 300 km um 1-2 Cent/km günstiger.
Auch bei den Kilometertarifen sind die Freisinger durchschnittlich höher als die Vaterstettener.
Die Brutto-Einnahmen pro Kilometer, die sich aus den Zeittarifen und Kilometertarifen ergeben, liegen in Freising beim
Mini (Toyota Aygo) bei 0,38 €/km
Kleinwagen (Toyota Yaris, Opel Corsa) bei 0,48 €/km
Mittelklasse (Opel Meriva, Opel Astra Kombi) bei 0,58 €/km
9-Sitzer-Bus (Opel Vivaro-extralang) bei 0,68 €/km

Wieso müssen die Freisinger Mitglieder gegenüber den Vaterstettener Mitglieder einen Mitgliedsbeitrag zahlen und auch noch mehr für die genutzte Zeit und für den gefahrenen Kilometer zahlen?
Genauso wie die Vaterstettener wirtschaften die Freisinger ohne großen Gewinn. Die Ursache liegt in der gewählten Form des Buchungssystems und damit in den damit entstehenden Kosten. Die Freisinger nutzen das vernetzte teure Buchungssystem Flinkster, die Vaterstettener das selber entwickelte Buchungssystem Elkato, das auch andere Vereine nutzen dürfen.
Beide Buchungssysteme haben Vorteile und auch Nachteile.
Die Freisinger sind mit Flinkster vernetzt und die Mitglieder können in vielen Städten Deutschlands, der Schweiz, Österreichs, Italiens und Hollands ganz einfach mit demselben Buchungssystem Autos reservieren; das hat eben seinen Preis. Dafür liefert das Buchungssystem für den Vorstand viele Erleichterungen und erspart Verwaltungsaufwand: Schadensmanagment, Telefonservice rund um die Uhr, Versenden der Rechnungen und Einziehen der Rechnungen durch Flinkster……
Obwohl die Freisinger teurer sind, wächst der Verein auch jährlich sehr stark und das, weil jedes Mitglied trotzdem immer noch sehr viel spart gegenüber dem eigenen Privatauto.

C) Einnahmen durch Zeittarife und mit Freikilometer
Diese Varianten gibt es bei Car2Go und DriveNow.
Car2Go: 0,29 €/Min und 50 Freikilometer pro Fahrt; die Parkzeiten während der Fahrt werden mit 0,19 €/Min. Jeder Mehrkilometer über 50 km wird mit 0,29 €/km berechnet.
Somit kostet eine Kurzstreckenfahrt von einer Stunde (30 min fahren, 30 min Parken)  mit 10 km Fahrstrecke in München inkl. Sprit 14,40 €.
DriveKnow bietet den Grundtarif von 0,31 €/Min an; dabei gibt es  pro Buchung 200 Freikilometer, Parkzeiten werden mit 0,15 €/Min berechnet und jeder Mehrkilomter wird mit 0,29 €/km berechnet.  Hier kostet eine einstündige Fahrt (30 min fahren, 30 min parken) mit 10 km Fahrstrecke 13,80 €.
Hier müssen die Stundentarife natürlich sehr hoch angesetzt werden, da es durch die Freikilometer bei kurzen Fahrten zu keinen Einnahmen durch die Fahrstrecken gibt.
Ich finde dies nicht gut und hier kommt gleich meine Erklärung.
Es ist nicht umweltfreundlich (gerecht), wenn man nicht für die Umweltbelastung der Fahrstrecke zahlen muss. Es gibt aber ein weit wichtigeres Argument.
Bei diesem System zahlen die Fahrer der vielen Kurzstrecken mit einem hohen Stundentarif die vielen Freikilomter der Langstreckenfahrer.
Damit gibt es nicht den sehr attraktiven Preis einer Kurzstrecke für eine Stunde Fahrt inkl. 10 km für 3,40 € – 5,40 € (Vaterstetten, Freising).
Bei solchen Fahrten spart man circa 10 €/Fahrt gegenüber Car2Go bzw. DriveNow.
Auch der Freisinger Verein müsste bei einem solchen Preissystem ähnliche Preise verlangen pro Stunde, wenn er Freikilomter anbietet und sonst nach Zeit (Minuten) abrechnet.

D) Einnahmen nur durch Kilometertarife
bzw. durch sehr geringe Stundentarife

Die Vaterstettener hatten pro Stunde früher einen deutlich geringeren Stundentarif. Der Nachteil eines zu geringen Stundentarifs liegt darin, dass die Nutzer dann das Auto unnötig aus Bequemlichkeit  länger behalten ohne damit zu fahren und damit wenig Einnahmen erfolgen und das Auto nicht verfügbar ist für andere Nutzer.
Spotcar (CarSharing von Opel) berechnet nur die gefahrenen Kilometer (0,69 €/km); die Standpausen (an der Ampel, an der Raststätte) werden nur mit 0,15 €/min berechnet.

Zusammenfassung der unterschiedlichen Preismodelle der Autonutzung:

Preismodelle-CarSharinganbieter

 

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